{"id":138,"date":"2023-01-11T14:17:56","date_gmt":"2023-01-11T13:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.allewohlstand.org\/?p=138"},"modified":"2024-03-03T19:10:21","modified_gmt":"2024-03-03T18:10:21","slug":"glossar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.allewohlstand.org\/index.php\/glossar\/","title":{"rendered":"Glossar"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wichtige Begriffe &#8211; einfach erkl\u00e4rt:<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verm\u00f6gen<\/strong>: der in Geld ausgedr\u00fcckte Wert aller materiellen und immateriellen G\u00fcter, die im Eigentum einer nat\u00fcrlichen oder juristischen Person stehen. Man unterscheidet grob zwischen Sachverm\u00f6gen und Geldverm\u00f6gen.<br><br><strong>Eigentum<\/strong>: die rechtliche Verf\u00fcgungsgewalt an einer Sache, welche die aktuelle Rechtsordnung zul\u00e4sst. Von der Verfassung als Grundrecht gesch\u00fctzt, aber nicht inhaltlich bestimmt. Eigentum versteht sich als rechtliche Zuordnung von G\u00fctern zu einer nat\u00fcrlichen oder juristischen Person. Die Verf\u00fcgungsgewalt des Eigent\u00fcmers wird durch Gesetze definiert und beschr\u00e4nkt. Der  Eigentumsbegriff ist nicht statisch und naturgegeben, sondern entwickelt sich im Laufe der Zeit durch die gewohnheitsrechtliche Praxis, Rechtsprechung und Gesetzgebung.<br><br><strong>Kapital<\/strong>: die dauerhaft zur Produktion von G\u00fctern zur Verf\u00fcgung gestellten Produktionsmittel. Die Volkswirtschaftslehre definiert Kapital als Produktionsfaktor. Die Betriebswirtschaftslehre definiert Kapital als Finanzierungsinstrumente, unterschieden in Eigen- und Fremdkapital auf der Passivseite einer Bilanz. Die Soziologie bezeichnet Kapital als Ressource, die den Menschen f\u00fcr die Durchsetzung ihrer Ziele zur Verf\u00fcgung steht, und unterscheidet auch Affektives Kapital (Gef\u00fchle), geistiges Kapital (Wissen, Erfahrung) und Beziehungskapital (Verbindungen, Humankapital).<br>Bourdieu unterscheidet: \u00d6konomisches Kapital (in Geld konvertierbar), Soziales Kapital (Beziehungen), Kulturelles Kapital (Bildung, Kompetenz) und Symbolisches Kapital (Macht).<br>Adam Smith versteht Kapital als einen gewinnbringenden Vorrat. Karl Marx definiert Kapital prozesshaft als Wert, der sich verwertet. Der Wert w\u00e4chst durch die Ausbeutung von Lohnarbeitern.<br>Die Formel der Kapitalbewegung <em>(G \u2013 W \u2013 G\u2018)<\/em> dr\u00fcckt aus, dass jemand \u00fcber Geld verf\u00fcgt, damit Waren kauft oder herstellt und dann Waren gegen mehr Geld verkauft. Der Wert prozessiert zyklisch und w\u00e4chst dabei. Geld ist der Ausgangs- und Endpunkt einer Bewegung. Die Kapitalverwertung wird Selbstzweck. Nach Schumpeter ist Kapital ist ein Herrschaftsinstrument,<br>mit dem der Unternehmer \u00fcber diejenigen G\u00fcter herrschen kann, die er f\u00fcr seine Innovationen braucht.<br><br><strong>Kapitalismus<\/strong>: eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an Produktionsmitteln beruht. Die Steuerung von Produktion und Konsum erfolgt \u00fcber den Markt. Wichtige konstitutive Merkmale sind: &#8222;Akkumulation \/ Wachstum&#8220;, \u201efreie Lohnarbeit\u201c und \u201eStreben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb\u201c. Der Kapitalismus folgte auf die Epochen des Feudalismus des europ\u00e4ischen Mittelalters bzw. des Merkantilismus zur Zeit des Absolutismus.<br><br><strong>Einkommen<\/strong>: die einer nat\u00fcrlichen oder juristischen Person in einem bestimmten Zeitraum als Geld oder Sache zuflie\u00dfenden Leistungen.<br><br><strong>Ungleichheit<\/strong>: Bewertung, wie unterschiedlich die Menge der in einer sozialen Gruppe vorhandenen Verm\u00f6gen auf deren Mitglieder verteilt ist, bestimmt die Spanne zwischen Armut und Reichtum.<br><br><strong>Verm\u00f6gensverteilung<\/strong>: beschreibt die Verteilung des Verm\u00f6gens einzelner Personen oder Haushalte in regionaler, nationaler oder globaler Hinsicht. Sie ist national und weltweit ungleicher als die Einkommensverteilung. In den letzten Jahren hat die Verm\u00f6gensungleichheit weltweit zugenommen. Bei der Berechnung der Verm\u00f6gensverteilung werden nur Sach-, Geld- und<br>Beteiligungsverm\u00f6gen ber\u00fccksichtigt, aber keine staatlichen oder privaten Pensionszusagen. Da ein gro\u00dfer Teil der Verm\u00f6gen insbesondere von Superreichen kaum erfasst ist, ist die Verm\u00f6gensungleichheit national wie international vermutlich h\u00f6her, als offiziell dargestellt.<br><br><strong>Jan Pen\u2019s Parade of Dwarfs and a Few Giants<\/strong>: ist eine anschauliche Darstellung einer Verm\u00f6gensverteilung: Alle Mitglieder einer Gesellschaft gehen nach ihrem Verm\u00f6gen aufsteigend sortiert an einer anfangs leeren Schatzkiste vorbei und werfen ihr Verm\u00f6gen dort hinein. Nach jedem neuen Prozent der Mitglieder wird der Inhalt der Schatzkiste gez\u00e4hlt. Die Reichsten kommen zuletzt. Damit kommt man zu Aussagen wie: &#8222;Die \u00e4rmeren 50% besitzen zusammen 2,5% des Gesamtverm\u00f6gens&#8220; oder &#8222;Das reichste 1% der Bev\u00f6lkerung besitzt fast 50% des Gesamtverm\u00f6gens&#8220;.<br><br><strong>Lorenz-Kurve<\/strong>: stellt statistische Verteilungen wie Jan Pen\u2019s Parade grafisch dar und veranschaulicht das Ausma\u00df an Ungleichheit von Verm\u00f6gen oder Einkommen.<br><br><strong>Gini-Koeffizient<\/strong>: ist ein statistisches Ma\u00df zwischen 0 (=alle haben gleich viel) und 1 (=eine Person besitzt alles) f\u00fcr die Verteilungen in einer Gruppe, das vom italienischen Statistiker Corrado Gini entwickelt wurde. Gilt als als  theoretischer Ma\u00dfstab f\u00fcr die Einkommens- und Verm\u00f6gensverteilung<br>einzelner L\u00e4nder.<br><br><strong>Umverteilung<\/strong>: bezeichnet den Prozess finanz- oder sozialpolitischer Ma\u00dfnahmen, die sich auf die Verf\u00fcgbarkeit von Einkommen oder Verm\u00f6gen f\u00fcr verschiedene Bev\u00f6lkerungsgruppen auswirken.<br><br><strong>Einkommensteuer<\/strong>: ist eine Steuer, die auf das Einkommen nat\u00fcrlicher Personen erhoben wird. Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen.<br><br><strong>Lohnsteuer<\/strong>: Teil der Einkommensteuer, welcher bei Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit durch Abzug vom Arbeitsentgelt erhoben wird.<br>K\u00f6rperschaftsteuer: ist eine Steuer auf das Einkommen bestimmter juristischer Personen (Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Anstalten, Stiftungen).<br><br><strong>Kapitalertragsteuer<\/strong>: (KESt) ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer und der K\u00f6rperschaftsteuer. Als Quellensteuer wird sie von der die Kapitalertr\u00e4ge auszahlenden Zahlstelle (Bank, Versicherung oder Kapitalgesellschaft) f\u00fcr Rechnung des Gl\u00e4ubigers der Kapitalertr\u00e4ge einbehalten und an das Finanzamt abgef\u00fchrt. Sie betr\u00e4gt in \u00d6sterreich seit 1. J\u00e4nner 2016 25 % (auf Bankzinsen) bzw. 27,5 % (sonstige, z. B. Dividenden). Mit Abf\u00fchrung der KESt ist der Kapitalertrag abschlie\u00dfend besteuert und wird bei Berechnung des steuerpflichtigen Einkommens nicht mehr miteinbezogen. Das sog. Endbesteuerungsgesetz sieht seit 1993 vor, dass mit dem KESt-Abzug etwaige Verm\u00f6gensteuern sowie Erbschaft-und Schenkungssteuern abgegolten sind (steht sogar im Verfassungsrang).<br><br><strong>Verm\u00f6gensteuer<\/strong>: ist eine Steuer auf das Gesamtverm\u00f6gen eines Steuerpflichtigen. Ihre Bemessungsgrundlage umfasst in der Regel das nach Abzug der Schulden verbleibende Reinverm\u00f6gen. Sie z\u00e4hlt ebenso zu den verm\u00f6gensbezogenen Steuern wie Steuern, die nicht das Gesamtverm\u00f6gen treffen, sondern nur einzelne Verm\u00f6gensteile, beispielsweise die Grundsteuer. In \u00d6sterreich wurde die Verm\u00f6gensteuer 1993 auf Initiative des sozialdemokratischen Finanzministers Ferdinand Lacina abgeschafft. Laut einer repr\u00e4sentativen IFES Umfrage Anfang 2020 stimmten 64% der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung einer Besteuerung von Verm\u00f6gensanteilen \u00fcber 1 Million Euro zu.<br><br><strong>Erbschaftsteuer<\/strong>: ist eine Steuer die bei einem Erwerb von Todes wegen und bei einer unentgeltlichen Zuwendung unter Lebenden, hier als Schenkungsteuer, vom Erben bzw. Beschenkten erhoben wird. In \u00d6sterreich wurde die Erbschafts- und Schenkungssteuer seit dem 1. August 2008 abgeschaft. Laut einer repr\u00e4sentativen IFES Umfrage Anfang 2020 stimmten 66 % der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung einer Besteuerung von Erbschaften \u00fcber 1 Million Euro zu.<br><br><strong>Palastwirtschaft<\/strong>: ist eine zentralistische Form der Koordination arbeitsteiliger Gesellschaften. Im Palast erfolgt die zentrale Lenkung der Wirtschaft: Der Herrscher legt die Regeln fest, Spezialisten sind f\u00fcr das Einsammeln von Abgaben und das (Um-)Verteilen von G\u00fctern zust\u00e4ndig. Verbreitet im Vorderen Orient und im \u00f6stlichen Mittelmeerraum. Beispiele: Altsyrien, Mykene, S\u00fcdostasien. Im privaten Interesse agierende Beamte und H\u00e4ndler bewirken schlie\u00dflich den \u00dcbergang zur dezentralen Marktwirtschaft.<br><br><strong>Marktwirtschaft<\/strong>: ist ein dezentrales Wirtschaftssystem, in dem die Verteilung der Entscheidungs- und Handlungsrechte durch das Rechtsinstitut des privaten Eigentums an Produktionsmitteln erfolgt. Die einzelnen Verwendungspl\u00e4ne der Haushalte und Unternehmen (Einkommen- und Gewinnverwendung) und der Entstehungspl\u00e4ne (Gewinnbildung und Einkommensentstehung) werden durch Marktpreise koordiniert. Die traditionelle \u00d6konomielehre postuliert die<br>Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Wirtschaftssubjekte und definiert die Marktwirtschaft als ein selbstregulierendes und selbstoptimierendes System (&#8222;freie Marktwirtschaft&#8220;). Reale M\u00e4rkte weichen allerdings erheblich von dieser idealisierten Modellvorstellung ab.<br><br><strong>Erlassjahr<\/strong>: (Jubeljahr, Jubilee) ist ein Gebot der Tora. Nach jeweils 49 Jahren sollten die Israeliten ihren untergebenen Volksangeh\u00f6rigen einen vollst\u00e4ndigen Schuldenerlass gew\u00e4hren, ihnen ihr Erbland zur\u00fcckgeben (Bodenreform) und die Schuldsklaverei aufheben. Diese Umverteilung sollte Gleichheit aller Israeliten mindestens einmal pro Generation sozial\u00f6konomisch  wiederherstellen, verarmten, in Abh\u00e4ngigkeit geratenen Landlosen eine Zukunftsperspektive er\u00f6ffnen, die Grundbesitzer zu ihrer Freilassung verpflichten und ihnen einen gemeinsamen Neuanfang gew\u00e4hren. Menschliche Besitz- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse sind demnach nicht ewig, sondern m\u00fcssen nach dem Willen Gottes regelm\u00e4\u00dfig zugunsten der Besitzlosen ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wichtige Begriffe &#8211; einfach erkl\u00e4rt: Verm\u00f6gen: der in Geld ausgedr\u00fcckte Wert aller materiellen und immateriellen G\u00fcter, die im Eigentum einer nat\u00fcrlichen oder juristischen Person stehen. Man unterscheidet grob zwischen Sachverm\u00f6gen und Geldverm\u00f6gen. Eigentum: die rechtliche Verf\u00fcgungsgewalt an einer Sache, welche die aktuelle Rechtsordnung zul\u00e4sst. Von der Verfassung als Grundrecht gesch\u00fctzt, aber nicht inhaltlich bestimmt. 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